Bei den im Zusammenwirken mit Landessportbund/Sportjugend Nordrhein-Westfalen erprobten Mitgliedschaftsmodellen wird von Sportvereinen den Schülerinnen und Schülern für die Dauer des mit der Schule/Träger abgestimmten BeSS-Angebotes eine freiwillige Vereinsmitgliedschaft ermöglicht, die anschließend weitergeführt werden kann. Die Vergütung für das Angebot wird im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel zwischen dem Sportverein und dem Träger des Ganztags/Schulleitung vereinbart. Hierbei wird so verfahren, dass von einem fiktiven Mitgliedsbeitrag ausgegangen wird, um die Höhe der Finanzierung zu berechnen. Als Orientierungsgröße dient der übliche Mitgliedsbeitrag des Sportvereins. Der Sportverein erhält pro teilnehmendem/r Schüler/Schülerin einen Festbetrag von X Euro pro Schuljahr. Das gilt unabhängig davon, ob die Eltern von der Möglichkeit Gebrauch machen, dass das Kind auch temporär Mitglied des Vereins wird. Hiernach müssen auch für die außerunterrichtlichen Angebote an einer Schule entsprechende Führungszeugnisse vorgelegt werden. In der Praxis gelingt dies zum einen durch die Kooperationsvereinbarungen der OGS-Träger mit dem Schulträger und der jeweiligen Schule, in denen der der OGS-Träger zusichert, vor der ersten Arbeitsaufnahme sowie danach in regelmäßigen Abständen sich von seinem Personal ein solches erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen zu lassen. Des Weiteren werden vielfach Vereinbarungen zwischen dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe und dem OGS-Träger (idR staatlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe) gemäß § 72 a Abs.2 SGB VIII geschlossen, die sicherstellen, dass im Offenen Ganztag keine Personen beschäftigt werden, die wegen einer in § 72 a Abs.1 SGB VIII aufgeführten Straftat rechtskräftig verurteilt worden sind.

Darüber hinaus sichert der OGS-Träger regelmäßig zu, in seinen Verträgen mit anderen außerschulischen Partnern wie z.B. Sportvereinen oder Musikschulen, die AG-Angebote vorhalten oder Projekte durchführen, ebenfalls eine Zusicherungsklausel für die dort tätigen Personen aufzunehmen. Werden ehrenamtlich tätige Personen in den Offenen Ganztag eingebunden, so können diese eine Kostenbefreiung hinsichtlich des Antrags auf Ausstellung eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses beantragen. Ansonsten fällt für die Ausstellung eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses eine Gebühr von z.Zt. 13 € an. Für die Verwendungsnachweise, die ein Förderverein der Kommune zum Nachweis der zweckgerechten Verwendung der Ganztagsmittel, vorzulegen hat, gilt, das Ausgaben für den Ganztag von Ausgaben zu anderen Zwecken zu trennen sind. Ist hiernach im Falle eines geplanten Abschlusses einer Kooperationsvereinbarung ein Vergabeverfahren durchzuführen, richtet sich die Art des Verfahrens danach, ob der Auftragswert bestimmte Schwellenwerte erreicht. Bezogen auf den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe betrifft das die Gremien der freien Träger (z.B. Jahreshauptversammlungen der Trägervereine) sowie die der Jugendämter (z.B. Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII, Stadtteil-/ Sozialraumkonferenzen). Werden für die Zusammenarbeit keine kapitalisierten Mittel eingesetzt und basiert diese demzufolge nur auf gegenseitig zur Verfügung gestellten unentgeltlichen Leistungen, so ist vom Grundsatz her kein rechtskräftiger Vertrag notwendig; in diesem Fall könnten Schulen und außerschulische Träger auch eine einfache Kooperationsvereinbarung abschließen.

Zu empfehlen wäre gleichwohl, diese dem zuständigen Schulverwaltungsamt und/oder Jugendamt zur Kenntnis zu geben. Schulfördervereine verfolgen als Träger eines Ganztagsbetriebes einen gemeinnützigen Zweck, nämlich die Förderung von Bildung und Erziehung. Das Merkmal der Gemeinnützigkeit ist dabei von erheblicher Bedeutung, da dem Verein Steuervergünstigungen zu Gute kommen, wenn er einen gemeinnützigen Zweck im oben genannten Sinne in seiner Satzung festgeschrieben hat.

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