Die Einführung eines speziellen Berufsausweises gilt als wichtigste Regelung des neuen Abkommens und stellt eine ständige Forderung der Arbeitnehmer in diesem Sektor dar (CY0807039I). Insbesondere wird das MLSI allen Industriearbeitern ein Beschäftigungszertifikat ausstellen, das den Beruf jedes Arbeitnehmers umfasst. Nach Ansicht der Gewerkschaften ist dies eine notwendige Voraussetzung für die Bekämpfung der Schwarzarbeit und wird auch zur Einführung von Standards für berufsqualifikationen beitragen, die für diejenigen, die in diesem Sektor arbeiten wollen, notwendig sind. Es sei darauf hingewiesen, dass die Kriterien für den Eintritt in den Sektor von einem dreigliedrigen Ausschuss geprüft werden, der sich aus Vertretern der Gewerkschaften, der Arbeitgeber und des MLSI zusammensetzt und die ebenfalls als Koordinator fungieren wird. Die Vereinbarung wurde von der MLSI und Costas Rousia, dem Vorsitzenden von OSEOK, und von Vertretern der Cyprus Building, Wood, Mine and General Workers` Trade Union (ein Mitglied der PEO) zusammen mit der Federation of Builders, Miners and Relevant Professions, die dem SEK angeschlossen ist, unterzeichnet. Die Sozialpartner in Zypern haben sich schließlich zwei Jahre nach Ablauf des vorherigen Tarifvertrags in der Bauindustrie auf Bedingungen für einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Nach mehreren erfolglosen Erneuerungsversuchen akzeptierten die Sozialpartner einen Vermittlungsvorschlag des Arbeitsministeriums und erzielten im Februar 2013 eine grundsätzliche Einigung. Die neue Vereinbarung sieht Maßnahmen zur Senkung der Lohnkosten und der Schwarzarbeit vor und signalisiert das Ende des Streiks, der im Januar 2012 begann. Der Knackpunkt war die Länge des Tarifvertrags, der von den Arbeitgebern auf zwei Jahre und die Gewerkschaften auf drei Jahre verlängert werden soll. Sie einigten sich auf eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren, die rückwirkend vom 1. Januar 2011 bis zum 30. Juni 2014 wirksam ist. Was die Verhandlungsabdeckung betrifft, so ist die Vereinbarung in der Bauindustrie eine der ältesten sektoralen Vereinbarungen in Zypern.

Sie umfasst rund 40.000 Arbeitnehmer, von denen etwa 25.000 Gewerkschaftsmitglieder sind. Nach Schätzungen des MlSI-Ministeriums für Arbeitsbeziehungen ist die Verhandlungsabdeckung seit 2008 jedoch sowohl auf Branchen- als auch auf Unternehmensebene geringer, während die Gewerkschaften einen großen Teil ihrer Mitglieder verloren haben. Beide Seiten betrachteten das Eingreifen der ehemaligen Ministerin für Arbeit und Sozialversicherung, Sotiroula Haralambous, als Schlüssel zur Beilegung des Streits. Der Minister war der Ansicht, dass ein grundlegendes Ziel der Vermittlungsdienste darin bestehe, einen Vorschlag vorzulegen, der die Prioritäten und Anliegen beider Seiten weitestgehend berücksichtigen würde. In diesem Zusammenhang erfüllt die Vereinbarung neben sinkenden Lohnkosten in der Branche auch die Notwendigkeit, bestimmte Mechanismen einzuführen, die zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und des unlauteren Wettbewerbs beitragen. Die Vereinbarung sieht eine Senkung der Wochengehälter um 10 € (stand 1. Januar 2013) und eine weitere Kürzung der Wochengehälter um 9 € ab dem 1. Januar 2014 vor. Diese Kürzungen traten mit der Unterzeichnung des Abkommens (am 13. Februar 2013) in Kraft, sind jedoch nicht rückwirkend. Die wöchentlichen Einstiegsgehälter bleiben während der gesamten Laufzeit des Branchentarifvertrags unverändert; 440 € für Techniker, 380 € für Arbeitnehmer und 403 € für Angelernte.

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